Geschichte

Freiwillige Feuerwehr Marne

-gegründet am 20. Januar 1859-

 

Der Mensch, bestrebt, sich eine Familie und dazu eine Wohnstätte zu schaffen, lernte sehr bald, sich die Elemente Wasser und Feuer zu eigen zu machen. Er erkannte aber auch die Gefahren, die diese Elemente in sich bargen. Er wusste genau, dass man mit dem Element Wasser das Feuer töten konnte. So versuchte er, Brände mit Wasser zu löschen.

Gerätschaften wie Wassergefäße, man bildete Eimerketten, waren die Anfänge. Anderes Gerät kam hinzu, wie Feuerpatschen, Äxte, Haken, Leitern usw. . Die Verbesserung der Feuerlöschgeräte ging nur langsam voran.

Von der Stadt Kiel wird berichtet, dass sie 1792 die erste Feuerspritze besaß. Zu dieser Zeit muss man auch in Marne die erste Spritze erhalten haben. In einer Chronik wird berichtet, Marne hätte sich 1798 eine bessere Spritze angeschafft und ein Spritzenhaus gebaut.

image03


Freiwillige Bürger, hervorgegangen aus der Bauernschaft, übernahmen den Brandschutz.Trotz allem erkannte man jedoch sehr bald, dass nur eine straff organisierte Gruppe einen wirklichen Brandschutz gewährleistete.
So kam es am 20. Januar 1859 zur Gründung eines Freiwilligen Brandcorps. Die Gründungsstatuten liegen heute noch vor, das Foto zeigt hieraus einen Ausschnitt.

Marne war bis zum Jahre 2011 die älteste –vom Innenministerium anerkannte- Wehr in Schleswig-Holstein.. Zwischenzeitlich konnte die Feuerwehr der Stadt Heide nachweisen, dass sie zwölf Jahre älter ist.

Die Aufzeichnungen über die Wehr sind jedoch bis um 1900 eher spärlich.

1876 wurde die Freiwillige Feuerwehr als Nachfolgerin des Brandcorps gegründet, die jedoch lediglich eine Umbenennung des Namens zur Folge hatte. Damals traten bereits 55 Mitglieder der neuen Wehr bei.

 

image04


Eine erste vierrädrige „Spritze“ erhielt Marne vermutlich bereits im Jahre 1883.

 

1881 wurde ein Musikkorps gegründet ,welches sich fortan am Umzuge und Gottesdienst zu Ehren Sr. Majestät des Kaisers und anderen öffentlichen Anlässen beteiligte.

 


image05

Das erste „Spritzenhaus“ erhielt die Marner Wehr um 1890.

 

Die Männer der Freiwilligen Wehr nahmen ihre Aufgabe sehr ernst und versuchten, durch Eifer und Einsatz die technischen Mängel der damaligen Zeit zu überwinden. Pannen blieben dabei nicht aus, und man kann sich ein Lächeln nicht verkneifen, wenn man in einem Protokoll von 1897 liest, dass bei einem Großbrand alle Männer schnellstens zur Stelle waren, jedoch die Spritze nicht mitgebracht hatten. So wurde dann mit Androhung einer Strafe festgelegt, dass bei einem Feueralarm alle Männer sofort in das Spritzenhaus zu eilen hätten, und es wurden sogar Prämien ausgesetzt für ein schnelles Heranschaffen der Handpumpen.

Die wohl härtesten Einsätze für die Männer der Marner Wehr brachten wohl die Jahre 1943 bis 1945. Mit fast nur älteren Männern musste sie nach schweren Bombenangriffen in Hamburg, Kiel, Brunsbüttel, Hemmingstedt und anderen Orten tatkräftige Hilfe leisten.

Schwerstarbeit wurde auch bei der Deichsicherung in Friedrichskoog und Kaiser-Wilhelm-Koog während der Sturmflutkatastrophe am 16./17. Februar 1962 geleistet.

Im Jahre 1964 erhielt die Wehr ihr zweites LF 8, ein Opel-Blitz –Aufbau Bachert- und im gleichen Jahr auch die 2012 ausser Dienst gegangene AL 18.

Zu Ehren des 110jährigen Bestehens im Jahre 1969 wurde in Marne der Kreisfeuerwehrtag abgehalten, an dem weit über 1000 Feuerwehrmänner teilnahmen.

Ein erstes LF 16 wurde der Marner Wehr im Dezember 1971 übergeben.

1979 war das Jahr der Schneekatastrophe. Weite Teile Dithmarschens lagen unter Schneemassen begraben, so dass es kein Durchkommen mit herkömmlichen Fahrzeugen gab. Die Landbevölkerung wurde teilweise aus der Luft mit Lebensmitteln versorgt.

Auch die Freiwillige Feuerwehr Marne leistete mit ihren Fahrzeugen unermüdliche Hilfe. Insgesamt wurden in in knapp einer Woche rund 65 Einzeleinsätze gefahren und dabei 1.197 km zurückgelegt.

Im gleichen Jahr ging ein langersehnter Wunsch der Wehr in Erfüllung: sie erhielt ein erstes Gerätefahrzeug. Dieses Fahrzeug beinhaltete ausschließlich technisches Gerät, das zur Rettung von Menschenleben erforderlich war.

In die Geschichte eingegangen ist der 28. November 1983.  An diesem Tag wurde das neue Gerätehaus feierlich eingeweiht und von der Wehr übernommen. Die Festansprache hielt Schleswig-Holsteins Finanzminister Roger Asmussen. Im Rahmen dieser Feierlichkeiten wurden auch die ersten 10 Funkmeldeempfänger an die Wehr übergeben.

Das überhaupt größte Ereignis in der Geschichte unserer Wehr fand am 19. Mai 1984 statt:

verbunden mit dem 125jährigen Jubiläum wurde der -letzte dieser Art- Landesfeuerwehrtag in Marne abgehalten. Rund 8000 Feuerwehrleute (!) aus ganz Schleswig-Holstein, Hamburg und Berlin nahmen an dem umfangreichen Programm, das mit einem Großen Zapfenstreich abgeschlossen wurde, teil. Zu den zahlreichen Ehrengästen zählte auch de damalige Ministerpräsident Dr. Uwe Barschel und der Landesbrandmeister und Präsident des Deutschen Feuerwehrverbandes, Hinrich Struve.

Ein ganz besonderer Dank gilt in diesem Zusammenhang dem damaligen Kreisbrandmeister und heutigem Ehrenmitglied der Marner Wehr, Wilhelm Brühe, ohne dem dieses Ereignis sicher nicht stattgefunden hätte.

Neben den zahlreichen Einsätzen (über die an anderer Stelle berichtet wird) und Ausbildungsveranstaltungen wird das Leben in unserer Wehr heute geprägt durch zahlreiche Veranstaltungen (z.B. Weihnachtsball, Kameradschaftsfest, Osterbasar, Maifeuer, Aktion Ferienspaß sowie Beteiligung an diversen weiteren Anlässen) in unserer Stadt.

Oberster Grundsatz für unsere Wehr ist seit 1859 die kameradschaftliche Zusammenarbeit getreu dem Leitsatz Gott zur Ehr – dem Nächsten zur Wehr- .Möge es immer wieder Frauen und Männer geben, die sich freiwillig und selbstlos für diese harten Aufgaben zur Verfügung stellen.